3 Städte


Duisburg

Duisburg Hochfeld – ein Viertel im Südwesten der Stadt. Türkische Geschäfte und Cafés prägen die Gegend, das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren, die Einwohnerzahlen sind rückläufig. In manchen der Mietshäuser der fünfziger Jahre steht ein Viertel der Wohnungen leer. Die Duisburger Baugesellschaft GEBAG ließ im Karree Sankt-Johann-Straße und Saarbrücker Straße 20 Wohnungen renovieren und stellte sie für die Ausstellung 2-3 Straßen zur Verfügung. 26 neue Mieterinnen und Mieter sind hier 2010 eingezogen.

Mülheim an der Ruhr

Das Hochhaus am Hans-Böckler-Platz 7 im Zentrum Mülheims ist eine „vertikale Straße“.  Die 222 Wohnungen sind Teil eines städtebaulichen Prestigeprojekts der 1970er Jahre, das schon wenige Jahre später nicht mehr als zeitgemäß galt. Leerstand ist die Folge. Die Wohnungsgesellschaft SWB stellte 13 sanierte Wohnungen für 21 Teilnehmer bereit. Im 17. Stock befand sich die Pension zur Kunst für Journalisten aus aller Welt, die über die Arbeit berichten wollten – und selbst zum gemeinsamen Text beitrugen.

Dortmund

Der Borsigplatz in der Nordstadt  – Arbeiterviertel, Gründungsort von Borussia Dortmund und multikulturelles Quartier. 40 % der Anwohner stammen aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion, afrikanischen oder anderen Ländern. Die Hoesch AG ließ in den frühen 1920er Jahren für die Arbeiter der Westfalenhütte ein Wohnquartier bauen, das heute die Evonik Wohnen GmbH verwaltet. 24 Wohnungen gingen 2010 an 31 Teilnehmer von 2-3 Straßen.


3 Städte − 2011

78 Teilnehmer von 2-3 Straßen sind ins Ruhrgebiet gekommen, 40 von ihnen bleiben auch 2011; in Duisburg und Dortmund mit einem Nachlass der Grundmiete um 30 %. In allen Städten wird das Engagement von neuen und alten Bewohnern weitergeführt: Räumlichkeiten für nachbarschaftliche Aktivitäten entstehen, Projekte aus 2010 finden weiterhin statt, bestehende Kooperationen, Potenziale und Möglichkeiten werden genutzt, neue gesucht. In Dortmund gründen 12 Teilnehmer das "social enterprise" Borsig.2011. Es bündelt und vernetzt das Potenzial der Kreativen aus dem Viertel, startet Initiativen, bietet eine Präsentations- und Verkaufsplattform für Kleinunternehmer und ihre Produkte, die in der Nordstadt rund um den Borsigplatz entstehen.

Die unterschiedlichen Ideen und Aktivitäten haben ein gemeinsames Ziel − die Belebung und Entwicklung der Quartiere dank sozialer Kreativität.














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